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"Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper" – Die alte lateinische Spruchweisheit schwebte wie ein Motto über der Einweihungsfeier der frisch sanierten Turnhalle der Grundschule. Nach rekordverdächtiger Bauzeit wurde sie nun feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Dabei ging es durchaus sportlich zu.

"Hallo Sportler" hieß das Lied, mit dem die Viertklässler der Bläsergruppe die zahlreichen Ehrengäste in der nunmehr lindgrün gestrichenen und modernisierten Turnhalle begrüßte. Nachdem auch der Schulchor der Klassen 1a und 1b die Gäste willkommen geheißen hatte, betrat Rektor Günter Drachsler das Redepult.

Er blickte auf eine aufreibende Zeit zurück. Ein Sonderlob sprach er den Sportlehrern aus, die seit dem Spatenstich im Mai Kreativität bei der Gestaltung des Unterrichts "unter erschwerten Bedingungen" bewiesen hätten.

Erst im Mai hatten die Arbeiten begonnenAuch auf Architekt Maximilian Thaller prasselte von allen Seiten Lob ein. Schule und Architekt seien zwar "nicht immer der gleichen Meinung" gewesen, sagt Drachsler, "wir konnten aber immer einen gemeinsamen Weg finden. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen." Besonders hob der Schulleiter die rekordverdächtige Bauzeit hervor: Erst im Mai war mit den Arbeiten begonnen worden.

Thaller ging in seiner Ansprache vor allem auf die durchgeführten Baumaßnahmen ein und der Architekt musste zugeben, dass er selbst zum Teil nicht daran geglaubt hat, dass der knappe Zeitrahmen einhaltbar sei: "Es war keine leichte Aufgabe, meine letzten schwarzen Haare sind grau geworden."

Es war auch wirklich knapp. "Fast bis zur letzten Minute" vor der Einweihung hätten die unermüdlichen Arbeiter gewerkelt, um rechtzeitig fertig zu werden. Thaller unterstrich die Leistung aller Beteiligten, viele Firmen hätten auch an den Wochenenden gearbeitet.

Dafür sei nun eine Turnhalle entstanden, die "die nächsten 30 bis 40 Jahre überstehen wird." Vor allem die energetische Sanierung sei ein voller Erfolg. Vor der Sanierung sei die Dämmung gerade des Dachs eine Katastrophe gewesen. Durch die Sanierungsmaßnahmen werde die Halle in Zukunft 90 Prozent der bisherigen Energiekosten einsparen.

Bevor Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich, vom Rektor als "unermüdlicher Motor und steter Begleiter des Projekts" geehrt, sprechen konnte, gaben die Klassen 2a und 2b ein "Turnhallen-Gstanzl" zum Besten. Der selbstgedichtete Text verarbeitete humorvoll die Bauphase, ihre Tücken und heiteren Begebenheiten. Einige Sportgeräte, hieß es im Gstanzl, würden zwar noch fehlen, aber vielleicht würde sich ja der Bürgermeister erbarmen und zahlen.

Ebenso augenzwinkernd wie es gemeint war, fasste der Bürgermeister den Text auch auf. Schließlich sei es längst ein ungeschriebenes Gesetz, dass "kein Besuch an der Grundschule ohne Wünsche vorbeigeht".

815000 Euro zu 90 Prozent gefördert

An Ort und Stelle öffnete Heinrich zwar nicht den Geldbeutel, er versprach aber, dem Stadtrat einen Vorschlag vorzulegen.

Ansonsten zeigte er sich wie alle Anwesenden begeistert von der neuen Halle und der Leistung, die die "hervorragenden Handwerker unserer Region" hier geleistet hätten. Die zu 90 Prozent geförderten 815000 Euro, die die Sanierung verschlang, seien eine gute Investition und die Region könne sich freuen, dass hier so hohe Summen in die Bildung investiert werden. Das sei, gerade mit Blick auf NRW und dessen desolate Infrastruktur, "keine Selbstverständlichkeit."

Das weitere Rahmenprogramm gestalteten die Schüler mit schweißtreibenden Darbietungen: Die Klasse 3a wirbelte im Bändertanz, die Tanzgruppe heizte mit dem "Continental Drift" ein und die Klassen 3b, 4a und 4b fragten singend, welcher Sport den Anwesenden gefällt und gaben für jedes Beispiel eine Kostprobe, von Fußball über Cricket zum Joggen.

Und sogar die Kirchliche Segnung durch die Pfarrer Magnus König (kath.) und Thomas Weinmair (evang.) geriet "sportlich". Nachdem Weinmair die Bedeutung des Sports für leibliches und seelisches Wohl mit Paulus unterfüttert hatte, gab König zu bedenken: "Wir sitzen schon zu lange!" Also hieß er seine Zuhörer aufstehen und reichlich Platz zum Nebenmann zu lassen, ehe die ganze Halle gemeinsam ein gestenreiches, bewegtes Vaterunser betete.

Passauer Neue Presse